Christian Junius

Peinliche Fehler beim Umgang mit der Presse vermeiden

Peinliche Fehler beim Umgang mit der Presse vermeiden

Kleine und mittlere Unternehmen verwechseln ständig Werbung, Pressearbeit und Public Relations oder setzen es gleich. Dass Anzeigenabteilung und Redaktion eines Verlages getrennte Bereiche mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Konzepten sind, ist vielfach unbekannt.

Werbung ODER Berichterstattung
Die Anzeigenabteilung verkauft gegen gutes Geld Anzeigenraum, die Redaktion produziert nach den Kriterien des unabhängigen Journalismus Artikel, die der Leserschaft gefallen sollen und nicht etwa bestehenden oder potenziellen Anzeigekunden. Wer Werbung schalten will, ist in der Redaktion fehl am Platz. Ein Unternehmer erreicht Journalisten nur, wenn er deren Spielregeln anerkennt.

Folgende häufige Fettnäpfchen bei der Pressearbeit sollten nach Profimeinung möglichst sorgsam umgangen werden:

1. Informationen verweigern
„Das geht Sie nix an!“ ist eine der kontraproduktivsten Erwiderungen auf Anfragen von außen. Es stößt Journalisten vor den Kopf. Außerdem übersieht der Unternehmer, dass die Redaktionen entscheiden, was sie angeht und was nicht.

2. Drohen
Egal, ob man mit dem Anwalt droht, mit Anzeigenentzug oder damit, dass das ganze Dorf die Zeigung abbestellt – mit solch einem Verhalten verscherzt man sich jegliche Sympathien in Redaktionen. Und der Unternehmer muss sich darauf einstellen, dass das zum Bumerang wird.

3. Locken und bestechen
Seriöser Journalismus legt Wert auf seine Unabhängigkeit. Mit Anzeigen zu locken, wenn die Berichterstattung denn genehm ausfällt, ist daher ebenso verfehlt, wie der Versuch, Pressevertreter mit Vergünstigungen oder Geschenken zu locken.

4. Den Beleidigten geben
„Wieso haben Sie nicht über uns berichtet?“ ist eine Frage, die sich erübrigt. Denn anscheinend waren andere Neuigkeiten eben wichtiger. Wer Redaktionen daraus einen Vorwurf macht und die beleidigte Leberwurst spielt, wird das nächste Mal womöglich nicht berücksichtigt.

5. Die Falschen ansprechen
Häufig versuchen kleine Mittelständler, in Publikationen wie Spiegel, Stern oder Focus PR-wirksam unterzukommen. Die Chancen dazu gehen gegen null. Pressemitteilungen versanden auch dann, wenn sie an das falsche Ressort des richtig gewählten Fachmagazins gehen oder an Redakteure adressiert sind, die längst nicht mehr dort arbeiten.

6. Nichtiges werblich aufblasen
Dem einen oder anderen Unternehmen gelingt es mitunter, Journalisten hinters Licht zu führen. Zumindest eine Zeit lang. Irgendwann aber entlarvt sich Nichtiges, das in Interviews oder Pressemitteilungen zur Welt verändernden Neuigkeit aufgeblasen wurde. Die Konsequenz sind irreparable Imageschäden.

7. Den Artikel vorab verlangen
Es kommt immer wieder vor, dass Unternehmer verbindlich wünschen, Artikel vor der Drucklegung zu sehen, um darin nach Gutdünken herumzuredigieren. Kein seriöser Journalist geht darauf ein. Nur Interviewpartner haben das Recht, ihre wörtlichen Zitate vorab zu autorisieren.

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