Christian Junius

Wie der Internetbesucher gläsern wird

Wie der Internetbesucher gläsern wird

Ist zielgerichtete Werbung auf Websites ‚Stalking‘ oder ein Segen für die Besucher? Dürfen Nutzerdaten überhaupt für personalisierte Anzeigen genutzt werden? Was für die Werbeindustrie immer interessanter wird, ist Verbraucherzentralen und Datenschützern ein Dorn im Auge.

Faktisch wird der bis dahin anonyme Interessent beim ‚Re-Targeting‘ markiert und auf Basis dieser Informationen im Netz mit auf seine Person abgestimmter Werbung verfolgt. Man kann es auch als eine moderne Art von ‚Stalking‘ bezeichnen!

Man sucht zum Beispiel in diversen Suchmaschinen nach einem neuen Auto. Nach wenigen Klicks bei einer dieser Suchmaschine gibt es urplötzlich immer wieder Angebote in der Umgebung des Aufenthaltorts. Dies ist kein Zufall! Der Internetbrowser stellt fest, wo wir surfen und auf welche Angebote wir geklickt haben. Dies wird meist dauerhaft oder zumindest bis der Browser geschlossen wird, auf der lokalen Festplatte in kleinen Dateien gespeichert – den Cookies.

Die Werbeform ist auch aus datenrechtlicher Sicht als aüßerst fragwürdig einzustufen: Nach geltendem Recht müssen Verbraucher personalisierter Werbung widersprechen können.
Eine Lösung wäre, daß die Browser bei der Installation standardmäßig Cookies ablehnen. So könnte man dem User die Chance geben, daß er seine Zustimmung gibt.

Die beiden führenden Suchmaschinen – Google und Yahoo – stellen seit kurzem ihren Anzeigenkunden neben den Suchergebnissen die ‚Re-Targeting‘-Technik zur Verfügung.
Nutzer können diese Funktion deaktivieren: Google bietet zum Beispiel eine Erweiterung für Internetbrowser, die solche Cookies deaktiviert. Diese Funktion wird allerdings meist verschwiegen.

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