Christian Junius

Firmen brauchen Richtlinien für Twitter, Facebook und Co.

Firmen brauchen Richtlinien für Twitter, Facebook und Co.

Manager lästern bei Facebook über Kunden seines Arbeitgebers und Lehrer meckern beim Kurzmeldungsdienst Twitter über zu laute Schüler. Mitarbeiter, die sich in sozialen Netzwerken tummeln, sind für den Arbeitgeber eine extreme Herausforderung – aber auch eine Chance. Um Schaden von Firmen und betroffenen Personen abzuwenden und auf der anderen Seite die Interneteuphorie zu nutzen, braucht es einen einfach zu verstehenden Social-Media-Kodex.
In den USA sind sie längst gang und gäbe, in Deutschland entdecken die Unternehmen erst jetzt die Problematik und versuchen überhastet dubiose Regeln aufzustellen.

Zum Beispiel hat der Chip-Hersteller Intel solche Richtlinien bereits im Dezember 2008 veröffentlicht. Sie gelten im übrigen für alle Angestellten weltweit. Verboten ist nichts, Aufklärung und Hinweise auf Gefahrenquellen steht im Mittelpunkt des Papiers.

Bevor Angestellte Programme des Web 2.0 (z. B. Facebook, Twitter, Skype, LinkedIn) in der Firma nutzen dürfen, ist eine interne Schulung oder zumindest eine Einweisung sehr sinnvoll. Drohungen und mögliche arbeitsrechtiche Konsequenzen aufzuzählen, streut eher Ängste und ist kontraproduktiv. Viel wichtiger ist es, dass jeder einzelne Mitarbeiter versteht, dass er ein Teil einer Gemeinschaft (Unternehmen) ist und dementsprechend Verantwortung trägt – auch für die öffentliche Reputation seines Arbeitgebers. Internas dürfen keinesfalls nach außen getragen werden! Verschwiegenheitserklärungen gelten im Übrigen auch im Internet.

Wie Sie sehen, sind Regeln für Unternehmen unabdingbar. Laut einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom surft jeder zweite Arbeitnehmer im Job auch privat – nicht selten auf Websites wie Facebook und Twitter.

Vor- und Nachteile liegen nah beieinander: Über vor allem beruflich genutzte Online-Netzwerk können Mitarbeiter Firmenkontakte finden und pflegen. Ein abfällige Bemerkung über die Arbeitseinstellung eines Mitarbeiters auf Twitter hingegen schadet dem Image der Firma. Auch wenn Angestellte Produkte der Konkurrenz bewerten oder kommentieren, kann das ein schlechtes Bild auf das eigene Unternehmen werfen.

Juristisch gesehen kann, wenn ein Mitarbeiter das Falsche twittert, dies schnell arbeitsrechtliche (Neben-)pflichten verletzen oder unter Umständen sogar wettbewerbsrechtliche Folgen haben.

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